Depression – oder wenn der Schmerz zum Schatten wird

Nicht jeder Mensch, der von einer Depression betroffen ist, liegt den ganzen Tag im Bett und weint. Depressive Personen können ein scheinbar normales Leben führen, finden aber keine Freude in den Dingen, die sie tun. Alles scheint sie zu ersticken

Die Depression ist ein Schmerz, der sich in den Schatten des Betroffenen verwandelt, von dem er sich nicht lösen kann.

Die Depression ist ein dicker, eng gewickelter Schal, der Erstickungsängste auslöst und uns das Leben nicht erkennen lässt.

Alles verwandelt sich in Dunkelheit, alles wird von einem schweren Mantel der Trauer überdeckt. Kein Licht erreicht den Betroffenen und seine Umgebung.

Trauer, Reizbarkeit, Apathie, der Verlust des Interesses an jeglichen Dingen, die Unfähigkeit, für etwas Freude und Glück zu empfinden, Appetitlosigkeit, Schuldgefühle, Konzentrationsprobleme, Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung, wiederkehrende Gedanken an den Tod, Suizidpläne und schließlich sogar Suizidversuche…

Diese Symptome treten über lange Zeiträume und nahezu täglich auf. Sie beschreiben, was ein Mensch, der an einer Depression leidet, in jedem Moment seines Lebens empfindet. Der Schmerz wird unerträglich und erstickt jeden Hoffnungsschimmer bereits im Keim.



Depression bedeutet nicht, weinend im Bett zu liegen



Viele Menschen, die noch keinen Kontakt zu depressiven Personen hatten, stellen sich vor, dass diese den Tag weinend im Bett verbringen. Dabei ist die alles erdrückende, intensive Trauer nur eines von vielen Symptomen, die bei Depression manifestiert werden.

Es ist sogar möglich, dass Betroffene nach außen hin überhaupt keine Trauer zeigen, sondern als autoritäre Persönlichkeit auftreten. Diese zeichnet sich weiter durch nicht existentes Einfühlungsvermögen, Reizbarkeit und sogar Aggressivität aus. Aus der Depression wird dann eine dauerhafte, unerträgliche negative Einstellung.

Wenn wir einen Blick in die Fachliteratur werfen, dann erkennen wir jedoch, dass für die Diagnose einer depressiven Episode noch weitere Kriterien erfüllt sein müssen. Trauer oder Reizbarkeit sind Schlüsselsymptome, jedoch allein nicht ausreichend für die Diagnose einer Depression.



Niemand ist vor dieser schrecklichen Erkrankung gefeit



Wir alle können an einer Depression erkranken.

Eines Tages stellst du vielleicht fest, dass es dir sehr schwer fällt, morgens aufzustehen. Dein Leben hat nicht mehr den Sinn, den es früher hatte. Es gibt nichts, was dich dazu animiert, den Tag anzugehen, nichts, was Freude verspricht. Im Gegenteil, in deinem Inneren fühlst du eine große Anspannung.

Irgendwie schaffen es die Umstände, dich zu besiegen. Alles, was dich umgibt, scheint dich nur zu ersticken, macht dich sehr müde. Du musst dich enorm anstrengen, um auch nur für kurze Zeit etwas anderes zu empfinden als diesen intensiven Schmerz, der dich scheinbar immer begleitet.

Es gibt Tage, da fällt es dir schwerer als an anderen, morgens aufzustehen. Emotionale Instabilität charakterisiert dich. Du verstehst dich selbst nicht, verspürst nur diese absolute Unlust und eine große innere Unruhe, die dich in tiefste Dunkelheit hüllen.

So sehr du dich auch bemühst, du bist nicht in der Lage, zu erkennen, was mit dir passiert. Wohlbefinden hast du lange nicht verspürt, du fühlst dich völlig leer. Du kannst es nicht vermeiden, dich unwohl zu fühlen, wenn du das Haus verlässt, wenn dich jemand anspricht oder wenn du dich einer neuen Aufgabe stellen musst.



Aber all dieser Schmerz kann überwunden werden. Wir benötigen dazu jedoch professionelle Hilfe.

Ein Psychologe kann uns dabei helfen, uns selbst zu verstehen, die Situation zu analysieren und die Depression zu überwinden. Eine so tiefe Wunde heilt nicht von heute auf morgen und in diesem Fall müssen wir erst unsere Gedanken heilen, bevor wir wieder glücklich werden können.
Wenn Depression und Angst sich gegen dich verbünden

Wir sollten wissen, dass die Depression nicht selten mit Angst einhergeht. Daraus ergibt sich ein Krankheitsbild mit überlappender Symptomatik, das sich durch noch verwirrendere und schmerzhaftere Gefühle für den Betroffenen auszeichnet.

Krankhafte Angst zeigt sich in Nervosität, Angst und Panik, Vermeidungsverhalten, Überaktivierung und Instabilität, muskulärer Anspannung und übermäßiger Wachsamkeit. Betroffene erkennen vielerorts Bedrohung und Gefahr.

Hinzu kommen übertriebene Besorgnis, aber auch Reizbarkeit; Schlafstörungen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, psychomotorische Unruhe und weiterhin Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle sowie ein stark unterentwickeltes Selbstbewusstsein.

Die Metapher, die uns in den tiefen Brunnen der Depression blicken lässt



Eine der passendsten Metaphern zum Thema Depression ist die Metapher vom schwarzen Hund. Im folgenden Video sehen wir, wie die Depression in Form eines schwarzen Hundes heranwächst und zu einem Schatten wird, der das Leben derjenigen bestimmt, die er begleitet.

Dieses Video wurde von der Weltgesundheitsorganisation WHO erstellt und stellt grafisch dar, wie schmerzhaft der Alltag von Menschen aussieht, die an einer Depression leiden.

Wenn du dich mit dem Beschriebenen identifizieren kannst oder denkst, dass du an einer Depression leidest, dann konsultiere einen Spezialisten oder sprich zumindest mit deinen Angehörigen über deine Gefühle.

Suche nach einer Möglichkeit, die Trauer zu heilen, um deine Gedanken wieder auf das Positive fokussieren zu können. Du wirst im Laufe einer Therapie merken, wie du dich Tag für Tag ein bisschen besser fühlst.

Die Therapie einer Depression ist ein Einschnitt in unser Leben, das wir danach in ein Vorher und Nachher unterteilen werden.