Eine Umarmung ist über alle Zweifel erhaben

Wenn man dir eine Umarmung gibt, schüttet dein Körper Hormone aus, die eine beruhigende Wirkung haben. Du fühlst dich geborgen und stärkst das Band zwischen dir und denen, die dir wichtig sind.

Emotionale Zweifel, die Ungewissheit sich nicht geliebt zu fühlen, kann eine der größten Leidensquellen für einen Menschen sein.

Diese Empfindung betrifft Jung und Alt gleichermaßen. Jedes Kind hat ein natürliches Gespür dafür, ob die Zuneigung echt ist oder nicht, und jeder Erwachsene spürt irgendwann einmal diese Zweifel und Ängste, die Schritt für Schritt sein inneres Gleichgewicht zerstören.

Obwohl der Selbstliebe immer wieder ein hoher Stellenwert beigemessen wird, darf man nicht vergessen, dass der Mensch auf echte emotionale Bindungen angewiesen ist, um sich gut zu fühlen und glücklich zu sein.

Aus diesem Grund sind Umarmungen heilsame Gesten menschlicher Nähe, auf die wir nicht verzichten sollten.

Zweifel höhlen die Seele aus



Es gibt mehrere Arten von Zweifeln. Manche von ihnen sind Teil der Conditio Humana und man kann sogar von ihnen sagen, dass sie die Entwicklung vorantreiben, weil ihre Überwindung eine persönliche Anstrengung erfordert.

Hier sind einige Beispiele dafür:

• Zweifel bei der Berufswahl.
• Zweifel darüber, welche Freundschaften erhalten und welche aufgegeben werden sollten.
• Persönliche Zweifel darüber, welche Interessen oder Fertigkeiten verfolgt oder perfektioniert werden sollten.

Damit sind vor allem jene Art von grundlegenden Zweifeln angesprochen, die Teil der persönlichen Entwicklung sind und zu einer Stärkung von Fähigkeiten und Werten führen.

Das größte Problem stellt sich bei emotionalen Zweifeln, auf die im Folgenden näher eingegangen wird.

Emotionale Zweifel sind am zerstörerischsten



• Auch nach langen Jahren glücklicher und stabiler Partnerschaft tauchen sie plötzlich auf, die Zweifel.
• Die Ungewissheit darüber, ob der Partner einen immer noch begehrt …
• Der spürbare Verlust dieser besonderen Magie und Vertrautheit. Wenn einem z. B. klar wird, dass die Falle des Alltags und der Selbstverständlichkeit zugeschnappt ist, auch in der Liebe.

All dies schadet der eigenen Bindung und der Stabilität der Partnerschaft.



Doch es gilt, einen Aspekt zu berücksichtigen: Emotionale Zweifel tauchen nicht nur in Paarbeziehungen auf. Wie bereits erwähnt, handelt es sich um eine seelische Empfindung, die sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen auftritt.

Bei Kindern können sie sich traumatisch entwickeln. Das Kleine, das sich von seinen Eltern nicht geliebt und durch ein emotionales Band vereinigt fühlt, entwickelt Unsicherheit und ein niedriges Selbstwertgefühl.

Die sich hieraus ergebenden seelischen Auswirkungen können auf lange Sicht im Allgemeinen sehr schwerwiegend sein.

Die Beziehungen zu Freunden, Partnern, Familie und Kindern erfordern ständige Bestätigung und Pflege. Eine sehr gute Form dies zu tun, liegt in jener großzügigen Geste, die ohne Worte auskommt.

Die Umarmung.

Umarmungen als Therapie





Die emotionale Leere macht sich im Herzen breit. Der Schmerz des Zweifels, der Ungewissheit, der Angst davor, verlassen zu werden und allein zu sein, graben sich in diesem Organ ein, das daran leidet, und im Gehirn, das durch den Stress beherrscht wird, der deine Gefühle verändert und Veränderungen in deinem Körper hervorruft.

Umarmungen und Oxytocin



Damit du die Wirkung einer Umarmung besser verstehst hier ein Beispiel: Stell dir ein Paar vor, das sich für einige Wochen voneinander distanziert hat. Die Beziehung ist wegen der Arbeit, der Verantwortung für die Kinder und der Sorgen erkaltet.

Die Zweifel, die Furcht vor der Erkenntnis, dass dein Partner dich nicht mehr liebt, verändert die biochemische Zusammensetzung deines Gehirns. Die Cortisol-, Dopamin- und Norepinephrin-Konzentration nimmt zu und du verfällst in einen gefährlichen Stresszustand.

Laut verschiedener Studien, wie etwa jene aus der Zeitschrift „News in Health„, führen Umarmungen dazu, dass sich diese Chemie im Gehirn komplett verändert.

Wenn das Paar in diesem Beispiel in einem bestimmten Moment innehält, sich in die Augen sieht und sich fest und echt umarmt, dann sind Worte überflüssig. Unverzüglich belohnt sie das Gehirn mit einer hohen Menge an Oxytocin, dem Hormon der Zärtlichkeit, des Mitgefühls und der Liebe.

Die Verbindung wird aufs Neue gestärkt.

Der Mensch ist darauf programmiert, Umarmungen als Symbol des Wohlbefindens zu deuten





Die Spezies Mensch weiß instinktiv, was gesund für sie ist. Das Gehirn belohnt gesundheitsförderliches Verhalten mit der Ausschüttung von Endorphinen und Oxytocin.

• Hautkontakt, Streicheln, freundliche Worte, feste und ehrlich gemeinte Umarmungen sind wohltuende Gesten, die Stress, Zweifel, Ängste und Sorgen lindern.
• Außerdem haben sie einen positiven Effekt auf unsere körperliche und seelische Gesundheit, dem kein Medikament gleichkommt. Denn sie vereinen, was zusammengehört und stärken die ursprüngliche Verbindung der Liebe und der Anerkennung.
• Es ist wichtig, dass du in deinen Alltag „einfache Reziprozitätssignale“ einstreust. Eine Umarmung, die einen für mehrere Minuten umschlossen hält und während der die Welt still steht und alle Leere verschwindet.

Einfache Gesten, wie einige Stunden mit den Kindern zu spielen, sie zu streicheln und zum Lachen zu bringen, erschaffen ganze Universen.

Also frag dich selbst: Wie viele Umarmungen hast du heute schon gegeben? Vielleicht waren es noch nicht genug …