Mit einem gummibärchengroßen Schalter am Hodensack soll jeder Mann in Zukunft ausgestattet werden. Die Verhütung der Zukunft?

Der Tischler Clemens Bimek aus Brandenburg sitzt wie so oft vor seinem Feierabendbier und schaut sich eine Dokumentation im Fernsehen an. Heute geht es um Sexualität und die männlichen Geschlechtsorgane. Zunächst will er gelangweilt umschalten, doch dann kommt ihm eine geniale Idee. Denn als erklärt wird, wie eigentlich die Spermien in den Hoden gebildet werden, findet er den Beitrag auf einmal unheimlich spannend. Er lernt, dass das Sperma von den Nebenhoden durch die beiden Samenleiter zur Prostata fließt, wo es sich mit dem Ejakulat vermischt. Dann geht es weiter in Richtung Harnröhre, aus der der Mann dann beim Orgasmus ejakuliert. So weit die Biologie. Wenn Samen in die Vagina kommen, kann es immer zu einer Schwangerschaft führen, deswegen verhüten viele Paare über die Pille oder sonstige Hormonpräparate für die Frau. Verhütung auf Männerseite hieß bis dahin, ein Kondom zu tragen oder sich einer Vasektomie zu unterziehen. Bei dieser Operation werden die Samenleiter durchtrennt und der Mann wird sterilisiert - eine Operation, die die Zeugungsfähigkeit oft unwiederbringlich beendet.



Bimek erscheint das sehr barbarisch und er denkt sich, dass das doch einfacher gehen müsse, schließlich müsse man doch nur das "Rohr" verschließen. Also beginnt er zu tüfteln und kommt auf eine genial einfache Idee, die gerade einmal so groß wie ein Gummibärchen ist und lediglich 2 Gramm wiegt. Er tauft seine Erfindung das "Bimek SLV" - Samen-Leiter-Ventil ...



Das Prinzip ist denkbar simpel: In einem einfachen Eingriff wird an die Samenleiter ein Ventil installiert, das entweder "offen" oder "zu" sein kann. Im geschlossenen Zustand werden keine Spermien durchgelassen, das Ejakulat ist also "unbrauchbar". Wird das Ventil geöffnet (über einen Mechanismus mit zwei Händen, damit es sich nicht aus Versehen öffnet), dann können die Spermien frei durchfließen und der Mann ist - laut dem Erfinder - sofort voll zeugungsfähig. Wenn das System funktioniert, könnte es die Verhütung in Beziehungen revolutionieren, da Frauen sich nicht mehr Hormonen aussetzen müssten und für Männer keine invasiven Eingriffe wie eine Vasektomie mehr nötig wären. Bimek selbst ist von seiner Erfindung überzeugt - allerdings auch bisher der einzige Mann, der das SLV trägt.



Noch ist das ganze Projekt in der Pilotphase und während manche Urologen überzeugt sind, dass so die Zukunft der Verhütung aussehen kann, warnen andere Ärzte, dass Langzeitfolgen auftreten könnten, die man jetzt noch nicht abschätzen kann, wie etwa vernarbtes Gewebe oder Verstopfungen, wenn die Spermien das Ventil verkleben. Allerdings seien die Risiken sehr überschaubar. Bimek selbst beteuert, dass es für den Mann keinerlei Nachteile gebe, weder Verlust der Lust, noch Einbußen beim Ejakulat, lediglich (freiwillige, steuerbare) Unfruchtbarkeit. Das Material ist seit Jahren bei Implantaten getestet und soll keine Unterverträglichkeiten hervorrufen. Er hofft jetzt, über eine Crowdfunding-Kampagne in die Testphase gehen zu können und den medizinischen Segen zu bekommen. Noch sucht er auch mutige Tester, die sich als Proband hergeben. Also, Männer, worauf wartet ihr noch?



Es scheint ja wirklich eine gute Idee zu sein, aber ob das wirklich so einfach funktioniert? Und welcher Mann lässt sich dort schon gerne örtlich betäuben? Wenn auch du findest, dass das Ganze eine super Idee ist und ruhig die Männer mal die Verhütung übernehmen können, oder vielleicht das Ganze für eine Schnapsidee hältst, dann teile diesen Beitrag mit allen deinen Freunden.