Wenn du dich erschöpft fühlst, lasse los!

Wer erschöpft ist, hat oft vergessen, loszulassen, um Freiheit zu finden.

Du bist erschöpft, weil du dieses und jenes noch machen musst, hier und da Verpflichtungen hast, hüben und drüben gebraucht, gefragt und eingespannt wirst.

Du bist erschöpft, weil dir Zeit fehlt, Zeit für dich, Zeit für Entspannung, Zeit, um durchzuatmen und das Leben zu genießen…

Erschöpft von selbst auferlegten Pflichten



Wenn du erschöpft bist, dann sei ehrlich zu dir selbst, bevor du dich beschwerst: sind es nicht Pflichten, die du dir selbst oft auferlegt hast, die dich erschöpft machen?

Sind es Pflichten, von denen du denkst, dass deren Erfüllung von dir erwartet wird, weil das „jeder“ so macht, weil die Gesellschaft dieses oder jenes von dir erwartet?

Oder sind es Gedanken, die dich erschöpfen? Gedanken, weil etwas nicht so läuft, wie es laufen sollte? Weil vielleicht auch jemand etwas getan hat, was er nicht hätte tun sollen? Lasse los! Das sind nicht deine Probleme!

Sei ehrlich, wenn du erschöpft bist und gestehe dir selbst ein, dass ein „nein“ an der richtigen Stelle dich vor Erschöpfung bewahrt hätte, dir mehr Zeit gegeben hätte.

Sei ehrlich: das, was dich jetzt so erschöpft, könnte im Grunde auch jemand anderes erledigen, du musst nicht immer alles selbst machen, du kannst auch Dinge aus der Hand geben!

Sei ehrlich: das, was dich erschöpft ist gar nicht dein Problem, du hast es nur zu deinem gemacht! Lasse das alles los!



Mönche und der Fluss



Es gibt eine kleine Geschichte, die dir verdeutlichen soll, wie uns auch viel zu oft Dinge belasten, die wir in unserer Seele tragen.

Situationen, Menschen und Gefühle, die uns unnötig belasten, uns das Leben erschweren, uns erschöpfen. Und wie leicht das Leben wird, wenn wir lernen, diese Dinge loszulassen:

Zwei Mönche eines Ordens waren auf Wanderschaft und kamen an einen Fluss mit starker Strömung, an dessen Ufer eine Frau saß.

Die Frau bat die Mönche, ihr beim Überqueren des Flusses zu helfen, da sie es alleine nicht schaffte.

Der erste Mönch beachtete die Frau nicht, denn in seinem Orden war es verboten, mit Frauen Kontakt zu haben.

Der zweite Mönch erkannte das Problem der Frau und trug sie auf seinen Armen durch den Fluss.

Die Frau war glücklich und bedankte sich, die beiden Mönche zogen weiter.

Der erste Mönch war wütend über den zweiten, denn dieser hatte die Regeln des Ordens gebrochen, indem er der Frau geholfen hatte.

Den ganzen Tag sprachen die beiden Mönche nicht miteinander.

Der erste Mönch grollte, schmollte und grübelte über den zweiten Mönch, der die Natur, die Vögel und Blumen genießend, neben ihm her wanderte.

Plötzlich brach der erste Mönch das Schweigen und machte seinem Ärger Luft. Der zweite Mönch drehte sich erstaunt um und sagte: „Ich habe diese Frau nur durch den Fluss getragen – und du trägst ihre Last immer noch mit dir herum?“




Das Beispiel der beiden Mönche zeigt: Obwohl es der zweite Mönch war, der, objektiv gesehen, einen Fehler gemacht hat, so war es der erste Mönch, der sich dadurch den ganzen Tag verdorben hat.

Dabei war er es gar nicht, der die Frau getragen hat! Es war gar nicht seine Schuld, die Regeln des Ordens gebrochen zu haben! Nicht er, sondern der zweite Mönch hatte etwas Verbotenes getan!

Doch der Ärger über das Verhalten seines Reisegefährten belastete ihn so stark, dass er nicht mehr in der Lage war, die Schönheit der Natur und des Lebens wahrzunehmen.

Den ganzen Tag schleppte er die Last der Frau mit sich herum, ohne dass er selbst diese Last jemals wirklich getragen hatte!

Erkennst du die Parallele? Oft trägst auch du sicherlich Dinge mit dir herum, die dich belasten, dich erschöpfen und den Blick für die Schönheit des Lebens verdunkeln.

Befreie dich von diesem Ballast, lege Gedanken und Probleme ab, die nicht dir gehören! Du musst dir nicht den Kopf über die Fehler anderer zerbrechen und dich damit belasten! Lege ab, was nicht dir gehört!



Löse die Kordeln



Löse die Kordeln und Stricke, die dein Leben beschweren!

Löse dich und deine Gedanken von Verpflichtungen, Erwartungen und Aufgaben, die nicht deine sind!

Befreie dich von der Last solcher Gedanken, vergiss, was andere denken könnten, vergiss, was andere tun oder lassen, denn du selbst bist wichtig!

Belaste dich nicht mit Dingen, die nicht deine sind – oder nicht deine sein müssen! Nimm nicht fremde Schuld auf deine Schultern, trage nicht alles auf deinem Rücken aus!

Lege die Last ab, die du trägst und achte darauf, nicht beim nächsten Schritt wieder das nächste Päckchen Ballast aufzunehmen. Lerne, nein zu sagen und mache dir keine Gedanken über Taten und Gedanken anderer Menschen!