Jetzt traue ich mich, zu sagen: Es reicht!

Es ist wichtig, sich zu trauen, im richtigen Augenblick zu sagen, dass es jetzt genug ist, damit andere keine Chance haben, dich auszunutzen oder dein Selbstwertgefühl zu zerstören und dein Wohlbefinden zu verletzen.

Wann hast du zum letzten Mal laut und deutlich „es reicht“ gesagt? Das ist gar nicht so einfach. Sich Mut zu nehmen, den ersten Schritt zu tun und sich auszudrücken öffnet die Türen zur emotionalen Freiheit.

Im Laufe des Lebens verändern sich alle, auch wenn dies meist unbewusst passiert. Auch gewisse Dinge der Persönlichkeit, der Essenz, Werte und Verhaltensweisen verändern sich und erlauben uns mit der Zeit die Schwierigkeiten des Lebens besser zu akzeptieren.

Wir gehen vorwärts und dies ist zweifellos ein Spiegel mentaler und emotionaler Gesundheit. Veränderungen sollten nicht gefürchtet werden, es sind Chancen, die es uns ermöglichen, Glück zu finden, Ruhe und inneres Wohlbefinden.

Wir laden dich heute ein, über dieses Thema nachzudenken.

„Es reicht“ zu sagen wirkt befreiend



Wenn du einen Augenblick innehältst und darüber nachdenkst, wie oft du an einem Tag „ja“ sagst und wie oft „nein“, wirst du dir darüber bewusst werden, dass man versucht, den meisten Dingen zuzustimmen und dass das Neinsagen meist schwer fällt, auch wenn es ehrlich wäre.

Unsere Erziehung drängt uns dazu, höflich und respektvoll zu sein, wir sind gewohnt „ja“ zu sagen und anderen zu danken, in verschiedensten Situationen anderen zur Verfügung zu stehen.

Auch wenn dies sehr edelmütig ist und uns als Person bereichert, sollten wir auch schon in der Kindheit Strategien lernen, die unser Selbstbewusstsein fördern. Anschließend erfährst du, um was es dabei geht.



Die Wichtigkeit des Durchsetzungsvermögens



Das Durchsetzungsvermögen hilft uns, unsere Rechte, Meinungen und Bedüfnisse mit Respekt zu erreichen und dabei ebenfalls die anderen Personen zu berücksichtigen.

• Zweifellos ist dies ein schwieriges Unterfangen. Um selbstsicher zu sein und sich durchzusetzen, ist ein gesundes Selbstwertgefühl die Voraussetzung. Man muss natürlich auch wissen, wo die eigenen Grenzen liegen.

Was sind wir bereit zuzulassen, was nicht?

• Sobald wir unsere persönlichen Grenzen kennen, müssen wir fähig sein zu verhindern, dass andere diese überschreiten und natürlich auch, dass wir selbst die Grenzen der anderen verletzen.
• Es geht darum zu respektieren und respektiert zu werden. Zuzuhören, doch auch die Stimme zu heben, um klar und sicher auszudrücken, was nicht gewünscht wird, was nicht gefällt oder was weh tut.
• Habe keine Angst davor, das Personalpronomen „ich“ zu verwenden (Ich bin nicht bereit zu akzeptieren, dass du so mit mir sprichst“, „Ich kann diese Situation nicht mehr ertragen, das tut mir weh“, Ich fühle mich minderwertig, ich glaube, du respektierst mich nicht“).

Mögliche Konsequenzen der Aussage „es reicht mir“



Alle Veränderungen machen ein bisschen Angst, bringen Unsicherheit mit sich und manchmal Risiken, wenn man mögliche Konsequenzen bedenkt, die durch bestimmte Handlungen, die zur Veränderung führen, entstehen können.

• Zu sagen, dass es reicht, in einer komplexen Familiensituation, kann beispielsweise bewirken, dass Personen negativ reagieren und dich zurückweisen.
• Am Arbeitsplatz in einer unerträglichen Situation kann man sogar den Job verlieren, wenn man bemerkt, dass es genug ist.
• Bei schlechtem Verhalten der Kinder können diese auf ein „es reicht“ antworten, dass sie dich nicht lieben.
• Wir alle haben Angst vor möglichen Konsequenzen, doch bevor diese eintreffen oder du dir darüber Sorgen machst, solltest du darüber nachdenken, was passiert, wenn du nicht reagierst und die negative Situation so weitergeht.
• Manchmal ist es gefährlicher in einer unerträglichen Gegenwart zu verweilen als zu sagen „es reicht“. Manchmal öffnen sich neue Wege, auf denen wir alle gewinnen können.



Die Notwendigkeit, mit unseren Werten aufrecht zu sein



Unsere emotionale Integrität steht in enger Verbindung damit, ob wir gemäß unseren Werten und Einstellungen handeln.

Wenn du dich daran gewöhnst, immer nachzugeben, wenn du nur darauf bedacht bist, andere nicht zu enttäuschen oder immer zu gefallen, dann kommt früher oder später der Tag, an dem du dich im Spiegel nicht mehr erkennen wirst.

• Das ist sicher die falsche Einstellung. Wir alle wissen, dass man nicht immer genau das tun kann, was man gerade möchte und dass man auch nicht immer alles sagen kann, was man denkt.
• Doch man sollte sich darüber bewusst sein, aufrecht und respektvoll zu sich selbst und zu anderen sein.
• Für ein gutes Zusammenleben ist es wichtig, die Bedürfnisse anderer zu berücksichtigen, doch man sollte auch auf sein eigenes Herz hören und ausgeglichen handeln.
• Über den inneren Frieden kann nicht verhandelt werden, auch nicht über die eigene Würde. Wenn du zulässt, dass andere dich verletzen und dich in einen Nebendarsteller deines eigenen Lebens verwandelst, verlierst du an Selbstwertgefühl und dein Selbstkonzept wird verwundet.

Sei konsequent mit deinen Werten. Höre auf deine innere Stimme und habe keine Angst davor „es reicht“ zu sagen, wenn dies notwendig ist.

Wir verändern uns zwar im Laufe der Zeit, doch eine 180º-Wendung ist nicht notwendig. In Wahrheit geht es darum, einen Schritt nach vorne zu machen, um zu wachsen und voranzukommen.

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